Geocache-Beschreibung:

Der Reichauer Schlossberg

Auf dem Berg stand bis ins 16te Jahrhundert die Reichauer Burg, die aus bislang ungeklärten Umständen verschwand.

Es lässt sich anhand von Senken, die auf alte Gewölbe hinweisen, erahnen wie der Grundriss der Burg früher ausgesehen hat. Da der Cache auf einem Berg liegt, und touristisch nicht erschlossen ist, muss der bewaldete Berg auf kleinen Wild- oder Trampelpfaden erstiegen werden! Gestrüpp ist aber keines zu bezwingen.
 

Der Burgstall befindet sich im Westen von Oberreichau, auf einem natürlichen Landvorsprung in das tiefeingeschnittene Auerbachtal von Unterreichau. Etwa 70m beträgt im Westen der Steilabfall vom hohen Schlossberg bis zur Mühle in Unterreichau. Im Norden begrenzt ein tiefeingeschnittenes Seitental, Der Höllwinkel und Wirtsgraben die ehemalige Burganlage. Und im Süden sicherte ein nicht ganz so tief eingefressener Seitengraben, der sog. Bauerngraben oder das Bauernloch den Zugang zur Burg.  So war die Veste an einer von drei Seiten natürlich geschützten Lage errichtet worden. Nur von Osten war die Burg frei zugänglich. Dieser ungeschützte freie Zugang wurde von dem noch unbekannten Erbauer durch einen tiefen Burggraben von der Oberreichauer Hochfläche abgetrennt. Der Landvorsprung vom Höllwinkel bis zum Bauerngraben wird als Schlossberg, der durch den Halsgraben abgetrennte Teil als "hoher Schlossberg" bezeichnet. Die Gesamtanlage hatte einen Nord-Süd-Durchmesser von etwa 42m und eine West-Ost-Ausdehnung von etwa 37m. Die bebaute Fläche betrug demnach etwa 1500 bis 1600 qm. Der U-förmige Burg- oder Halsgraben ist durchschnittlich 15 bis 20m tief und hat eine obere Breite von etwa 20m. Auf seinem Grunde sammelte sich im Laufe der Jahrhunderte Laub, verfaultes Holz und abgetragenes Erdreich an, so daß der ursprüngliche Burggrabenboden heute stark überdeckt ist. Allein die Aushebung dieses Burggrabens stellte für die damalige Zeit (vermtl.im 10. oder 11. Jahrhundert) eine beachtliche Leistung dar. Der Erdaushub konnte sowohl im N als auch im SW bergab transportiert und abgelagert werden, wo er heute noch in zwei kleinen Hügeln erkennbar ist. Die in geringer Tiefe vorkommenden Nagelfluh-Konglomerate wurden vermutlich für die Grundmauern der Burg verwendet. Nach mündlicher Überlieferung verband eine Zugbrücke den östlichen Vorhof mit der eigentlichen Burg. Eine Brunnen ist nicht nachgewiesen. Am Fuße des Schlossberges und im Höllwinkel entspringen allerdings mehrere ausgiebige Quellen, welche der Wasserversorgung dienen konnten. Der östlich vorgelagerte Vorhof -der äußere Burgteil- war durch einen Wallgraben begrenzt, welcher heute nur noch zum Teil erkennbar ist. Durch bauliche Veränderungen wurde er größtenteils eingeebnet bzw. zugeschüttet.

Die Herren von Richen, Lehensleute des Stifts Kempten werden um 1080 erstmals urkundlich erwähnt und sterben im ersten Drittel des14. Jh. aus. Auf dem Erbweg gelangt ihr Besitz an die Herren von Waal, die ihn 1371 an die von Freyberg veräußern. Seit 1402 wechselnder Besitz von Memminger Bürgern. Im Jahre1525 wird die Burg im Bauernkrieg vom Roten Fähnlein belagert und in Brand gesteckt. Es wird anscheinend nur die Vorburg zerstört. Die ganze Geschichte kann man in dem Buch "Das rote Fähnlein und der Bauernrebell Augustin Schlegel" zu beziehen beim Historischen Verein in Babenhausen, nachlesen. Von 1539 bis 1542 wohnte ein Ulrich Schwickart vermutlich auf der Burg. Auf seinem Totenschild, welcher über dem westlichen Eingang in der Reichauer Kirche hängt steht: "Anno1542 den 2. Oktober starb der edel und fest Ulrich Schweickert uv Reichaw de Gott Gnad". Als schließlich Jakob Fugger am  10.11.1581 Oberreichau von Hanns Edlenstött kaufte, ist im Kaufbrief über die Burganlage erwähnt:  ..."da mit Namen ist ein Burgstall, darauf ein adeliger, freier Sitz gebaut werden mag und dann hernach folgende Lehensgüter..." 1581 existierte die Burg also nicht mehr.(Quelle: Chronik von Reichau)

Reichauer Schlossberg

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